Bagna Cauda – ein Symbolgericht aus dem Piemont
Die Bagna Cauda ist ein Symbol der piemontesischen Tradition.
Der Oropa-Weg ist ein Netz von Pfaden. Sie führen von der Ebene in die Berge. Schritt für Schritt ändert sich der Rhythmus und die Landschaft.Auch kulinarisch ist der Übergang sanft: Nach Riso in Cagnone, Torcetti, Ratafià und Canestrelli mache ich diesmal bei einem Abendessen Halt.
Normalerweise esse ich abends schnell und leicht.Aber beim Wandern ist alles anders: Nach einem aktiven Tag hast du abends Hunger. Du weißt, dass du am nächsten Tag alles verbrennst.Deshalb gönnte ich mir ein Gericht, das ich sonst meide. Es ist nicht leicht verdaulich.Aber beim Wandern ist alles anders.
In Oropa und dann Richtung Biella habe ich Bagna Cauda gegessen. Ich aß sie im Restaurant La Bossola in Netro. Ich nahm sie als Vorspeise, zusammen mit anderen Vorspeisen, dann ein Hauptgericht, guten Wein und Dessert: alles für etwa 30 Euro. In der Stadt konnte ich solche traditionellen Geschmäcker nicht probieren.
Unter den piemontesischen Spezialitäten ist Bagna Cauda sehr bekannt. Sie ist auch außerhalb der Region beliebt. Der Name kommt aus dem piemontesischen Dialekt und bedeutet wörtlich "heiße Soße". Es ist eine reichhaltige, schmackhafte Soße. Sie wird warm serviert und besteht aus drei Hauptzutaten: Sardellen, Knoblauch und Olivenöl.
Die Bagna Cauda ist nicht nur ein Rezept. Sie ist ein geselliges Ritual, ein Gericht, das die Geschichte, Kultur und Seele des Piemont erzählt. Sie bringt Menschen an einem Tisch zusammen. Typisch für Herbst und Winter, wenn die Kälte zu warmen, duftenden Gerichten einlädt.
Die Hauptzutaten der Bagna Cauda sind wenige, aber intensiv: gesalzene Sardellen, frischer Knoblauch und Olivenöl. Je nach Region oder Familientradition kann man auch Butter oder Sahne hinzufügen. Das macht die Sauce milder. Doch die authentische Version aus dem Monferrato und den Langhe verwendet nur Knoblauch, Sardellen und Öl, ohne Zusätze.
Es überrascht, dass ein Gericht einer Region ohne Meereszugang Sardellen nutzt. Doch das hat eine faszinierende historische Erklärung. Früher importierte das Piemont Salz aus den Salinen der Provence und Nizza. Es wurde über die Strada del Sale transportiert. Um Zölle zu vermeiden, versteckten Händler das Salz in Fässern mit gesalzenen Sardellen. Diese kamen von der Küste zwischen Barcelona und Toulon. So wurden Sardellen auch in den piemontesischen Bergen verbreitet und Teil der lokalen Küche.
Was beeindruckt, ist die Intensität: Der Duft kommt vor dem Gericht. Der Geschmack ist kräftig und voll, aber nicht übermäßig, wenn gut gemacht.
Wann und wie isst man sie?Man isst sie vor allem abends, gemeinsam. Ich habe sie abends nach einem Wandertag gegessen. Danach hatte ich Lust auf etwas mit Käse. Also habe ich auch die Polenta Concia gegessen.
Praktischer HinweisDer Cammino di Oropa (della Serra) dauert normalerweise 3 bis 4 Tage. Er umfasst etwa 60-70 km von Santhià bis zum Santuario di Oropa. Es ist eine Wanderroute, ideal für ein langes Wochenende oder als erster Trekkingversuch. Die Etappen führen durch die Moränenlandschaft von Ivrea.In 3 oder 4 Tagen probiert man viele Dinge: kleine Gerichte, lokale Produkte, verschiedene Gewohnheiten. Es ist eine konkrete Art, das Gebiet kennenzulernen, nicht nur zu durchqueren.