Capunet aus Biella – ein Gericht zum Entdecken
Die Capunet aus Gemüse aus Biella sind ein traditionelles Gericht voller Aromen.
Biella hat eine hervorragende Küche mit alter Tradition, aber sie wird wenig erzählt.
Es ist keine Küche für den Michelin-Guide. Und es gibt keine Gerichte, die nationale Symbole wurden, wie in anderen Teilen des Piemont. Auch weil Biella touristisch weniger bekannt ist: Weniger Besucher, weniger Geschichten. Deshalb bleibt es etwas im Hintergrund, mehr wegen der Sichtbarkeit als wegen des Wertes.
In der Stadt findest du alles Mögliche, von Sushi bis Ramen und traditionelle Küche. Aber in den Tälern und in den Bergen findest du das typischere Biella: eine Küche, die treu geblieben ist, nicht für Touristen angepasst.
Denk an die Polenta Concia: einfach, aber gut gemacht, ist sie köstlich, zu jeder Jahreszeit. Oder an die lokalen Wurstwaren, weniger bekannt als die aus Langhe und Monferrato, aber oft von hoher Qualität. Auch die Käse haben ihren eigenen Charakter, besonders die Almkäse.
Ein weiterer Punkt ist das Preis-Leistungs-Verhältnis. Im Vergleich zu anderen, stärker besuchten Gebieten des Piemont isst du in Biella gut, ohne viel auszugeben: Zu zweit kannst du für 50 Euro wirklich gut essen. Das beeinflusst das Gesamterlebnis stark.
Ein weiterer Aspekt beim Essen hier: Du findest keine Restaurants, die alles machen wollen. Oft machen sie wenige Dinge, aber diese gut.
Ein konkretes Beispiel sind die Capunet. Sie nutzen den Wirsing, wenn er am besten ist, zwischen Spätwinter und Frühling. Es sind Röllchen mit gemischter Füllung, auch "Fischlein" genannt wegen ihrer länglichen Form.
Sie entstanden als Resteverwertung: Man nutzte Sonntagsfleischreste, vermischt mit altem Brot, Käse oder Eiern. Eine clevere Art, nichts zu verschwenden, aber den Geschmack zu bewahren.
In einigen Regionen fügt man auch Reis hinzu. Oder man wechselt von der Pfanne in den Ofen für eine leichte Gratination.
Der Name Caponèt (oder Capunèt) ist wahrscheinlich ein Diminutiv von Cappone: eine ironische Art, einem armen Gericht Würde zu verleihen.
Ich habe sie in Graglia gegessen, einem kleinen Ort in den Bergen über Biella. Viele kennen den Ort wegen des Lauretana-Wassers oder des Heiligtums. Aber es ist auch ein perfekter Ausgangspunkt für Wanderungen. Nach einer Wanderung hielt ich im Ristoro Rocchi: einfache Küche, richtige Portionen und Capunet, wie sie sein sollten.
Ein ähnliches Gefühl hatte ich in der Gribaud Osteria di Montagna, in der Oasi Zegna. Auch dort bist du in der richtigen Umgebung: Wälder, Pfade, saubere Luft. Die Küche passt zum Ort. Die Leute sind entspannt und vermitteln dir Ruhe. Wenige Gerichte, aber gut gemacht, und wieder bleiben die Capunet in Erinnerung.