Palazzo Beltrani: Kunst und Kultur

Der Palazzo Beltrani ist ein Juwel der Kunst und Kultur im Herzen von Trani, ein Ort, an dem Geschichte und Moderne aufeinandertreffen.

Palazzo Beltrani: Kunst und Kultur

Nur wenige Schritte von der Kathedrale von Trani entfernt, in einer Gegend, die man fast unbemerkt durchquert, habe ich am Palazzo delle Arti "Beltrani" Halt gemacht. Dieser Ort wird nicht oft erwähnt, wenn man über die Stadt spricht. Vielleicht bin ich deshalb ohne besondere Erwartungen hineingegangen.

Ich war nicht nur wegen Meer oder Essen in Apulien. Einige Tage zuvor hatte ich in Barletta schon die Werke von De Nittis gesehen. So begann ich, einen kunstbezogenen Weg zu verfolgen. In Trani setzte ich diesen Weg fort.

Der Palast ist gut erhalten und hat einen Außenhof für Veranstaltungen. Ein kleines Café macht ihn weniger formell, als man denkt. Am Eingang war die Begrüßung herzlich, ohne die Distanz, die man manchmal in offiziellen Räumen spürt.

Im Inneren befindet sich die Pinakothek, die Ivo Scaringi gewidmet ist. Er war ein Künstler aus Trani im 20. Jahrhundert. Rückblickend würde ich beim nächsten Besuch die Führung vorab buchen. Das geht einfach über die offizielle Webseite. So vermeidet man Wartezeiten. Die Sammlung entstand durch eine bewusste Entscheidung der Familie. Sie stellte Werke aus ihrer privaten Sammlung zur Verfügung. 2009 begann damit dieses Projekt.

Scaringi wurde 1937 in Trani geboren. Er lernte in der Werkstatt seines Vaters, der Bildhauer war. Diese Herkunft erkennt man in vielen Werken. Es gibt eine sehr konkrete, fast handwerkliche Basis. Diese öffnet sich dann zu einer unabhängigen Suche. Auch ohne spezielle Kenntnisse kann man diesen Übergang nachvollziehen.

Neben der Dauerausstellung gibt es im Palazzo auch temporäre Ausstellungen. Außerdem finden Initiativen zur zeitgenössischen Kunst statt. Bei meinem Besuch sah ich nicht nur Werke von Ivo Scaringi. Auch die von Ladogana und Matteo Masiello waren zu sehen. Sie erweitern das Spektrum und bieten eine weniger isolierte Sicht auf den Künstler. Es ist also keine einmalige Sache. Der Inhalt ändert sich und es lohnt sich, wiederzukommen. Besonders, wenn man schon öfter in Trani war.

Der Besuch ist kurz und lässt sich gut zwischen Hafen und Altstadt einfügen. Er bietet eine andere Pause im Tagesablauf. Draußen vor dem Palazzo ist das ständige Treiben der Touristen und das Meer ist nur wenige Schritte entfernt. Drinnen ändert sich das Tempo. Es bleibt Raum für eine stille Betrachtung der Kunst.

×