Kathedrale von Trani zwischen Geschichte und natürlicher Schönheit

Die Kathedrale von Trani ist ein Symbol für Geschichte und natürliche Schönheit.

Kathedrale von Trani zwischen Geschichte und natürlicher Schönheit

Wenn du das erste Mal vor der Basilica Cattedrale Maria Santissima Assunta di Trani stehst, fällt dir nicht nur der romanische Stil auf. Es ist die Lage. Sie steht praktisch direkt am Meer. Nicht "in der Nähe des Meeres": direkt am Meer. Das verändert die Wahrnehmung des Gebäudes komplett.

Vom Hafen aus sind es nur wenige Minuten zu Fuß. Du siehst sie langsam auftauchen, mit dem typischen hellen Stein von Trani, der im Licht fast weiß wirkt. Aber eigentlich hat er einen rosafarbenen Ton. Je nach Tageszeit verändert sich das sehr: Morgens ist er leuchtend, gegen Abend wird er wärmer.

Ringsum gibt es keine hohen Gebäude. Die Bauten bleiben niedrig, was der Kathedrale Raum gibt, den man heute selten in historischen Zentren findet. Du musst sie nicht suchen: Sie dominiert die Umgebung.

Wenn du näher kommst, siehst du die seitlichen Treppen, die zum Hauptportal führen. Der Eingang ist nicht sofort da, es gibt einen kleinen "Aufstieg", der dich nach oben bringt. Das bronzene Portal wird von einem großen Rosettenfenster überragt, und schon von außen erkennt man die dreischiffige Struktur.

Drinnen ändert sich das Gefühl. Außen ist es kompakt und fast solide. Innen ist es komplexer: spitze Bögen, Säulen, die die Schiffe trennen, und eine Struktur mit Sparren und Kreuzgewölben. Es ist keine reich verzierte Kirche, aber auch nicht leer. Sie hat ein Gleichgewicht, das sie angenehm macht.

Etwas, das oft übersehen wird, ist die vertikale Schichtung. Unter dem Platzniveau liegt die Kirche Santa Maria della Scala. Noch tiefer befindet sich die Krypta mit den Reliquien von San Nicola il Pellegrino. Die Konstruktion entwickelt sich nicht nur in die Höhe, sondern auch nach unten. Das merkt man nicht sofort bei einem schnellen Besuch.

Der Glockenturm, später hinzugefügt, vervollständigt das Ensemble. Wenn der Zugang offen ist, lohnt sich der Aufstieg. Man hat eine andere Sicht auf die Stadt. Die Öffnungszeiten sind jedoch nicht immer klar.

Die Kathedrale von Trani ist nicht nur ein bekanntes Beispiel des apulischen Romanik. Die Lage beeinflusst ebenso wie die Architektur. Vom Hafen oder Meer aus betrachtet, ändert sich das Erlebnis komplett. Vielleicht bleibt sie deshalb mehr im Gedächtnis als andere Kirchen auf der Reise.

Der einzige wirkliche Nachteil, wenn man einen finden muss, ist der Preis für den Aufstieg auf den Glockenturm: 5 Euro können etwas viel erscheinen, besonders für Familien. Es ist eine mittlerweile weit verbreitete Tendenz in Italien. Man zahlt für den Eintritt ins Haus der Julia in Verona oder für bestimmte Bereiche des Trevi-Brunnens in Rom. Vielleicht findet jemand das Preis-Leistungs-Verhältnis nicht ganz passend.

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