Erkunde den Charme der Altstadt von Trani
Entdecken Sie die Altstadt von Trani zwischen Geschichte und Schönheit.
Diesen Sommer hatte ich nur zwei Tage Urlaub. Also entschied ich mich für einen schnellen Ausflug. Ich war schon beruflich in Bari und wohnte in Bari Vecchia. Daher war die einfachste Idee, einen Zug zu nehmen und eine Küstenstadt zu besuchen. Ich organisierte alles selbst, da ich wenig Zeit hatte und keine Reiseagentur kontaktieren wollte.
Mit dem Zug konnte ich viele schöne Orte erreichen. Alle sind gut mit Bari verbunden. Ich konnte zwischen Monopoli, Molfetta, Polignano a Mare, Trani, Andria und Bisceglie wählen. In Trani war ich noch nie gewesen. Also nahm ich früh morgens den Regionalzug von Bari Centrale. Für nur 3,10 Euro und 41 Minuten kam ich an. Der Intercity kostet viel mehr (11 Euro), ist aber etwas schneller (29 Minuten), wenn er pünktlich ist. Die Regionalzüge sind bequem und sehr pünktlich.
Vor dem Bahnhof in Trani sah ich kein Taxi. Das machte mich etwas mutlos, weil ich sehr faul bin. Weder die Burg noch die Kathedrale oder der Hafen waren zu sehen. Trani ist leicht zum Meer hin abfallend gebaut. Der Bahnhof liegt im oberen, moderneren Teil der Stadt. Die historischen Monumente sind an der Küste, verdeckt von den Gebäuden der Altstadt.
Auf dem Bahnhofsvorplatz zeigte die Beschilderung die Richtung. Als moderat technikaffiner Tourist nutzte ich den Navigator. Immer geradeaus für 1,3 km, das war machbar.
Der Spaziergang war sehr angenehm. Es war warm, aber nicht schwül. Ich überquerte die Piazza XX Settembre. Dort stehen Gebäude aus dem 19. Jahrhundert mit Wappen der Adelsfamilien an den Portalen. Schade, dass sie nicht besichtigt werden können, da sie noch privat sind.
Glücklicherweise sah ich das offene Portal der Kirche San Francesco di Assisi. Sie ist das wichtigste Gebäude auf dem Platz. Ich trat ein, um diese mittelalterliche Kirche (12. Jahrhundert) mit den drei romanisch-byzantinischen Kuppeln zu bewundern.
Dann ging ich weiter geradeaus auf dem Corso Vittorio Emanuele II. Das ist die Einkaufs- und elegante Zone von Trani. Mit meinem bescheidenen Budget kaufte ich nichts in den großen Markengeschäften oder Juwelierläden.
Aber ich besuchte einige Schmuckwerkstätten. Dort fertigen viele Handwerker mit der Pietra di Trani (bekannter weißer Kalkstein, derselbe wie bei der Kathedrale) einzigartige Accessoires und Designobjekte.
Vom Corso Vittorio Emanuele aus konnte man die Kathedrale schon sehen. Also ging ich in die Altstadt und kam bald auf der Piazza Duomo an.
Die Kathedrale erscheint plötzlich direkt am Meer. Der helle Stein hebt sich gegen das Blau der Adria ab. Wegen dieses optischen Effekts wird sie zu Recht die Königin der Kathedralen Apuliens genannt.
Die Kirche ist majestätisch. Sie umfasst sogar drei übereinanderliegende Kirchen: die Krypta von San Nicola, die von Santa Maria und die obere Kirche. Dadurch wirkt sie wie ein imposantes Schiff, bereit zum Auslaufen.
Ich betrat die Kathedrale und war von der Schlichtheit des Inneren beeindruckt. Das gedämpfte Licht macht die Atmosphäre gemütlich, besonders in der unterirdischen Krypta. Dort werden die Reliquien des Schutzpatrons Nicola Pellegrino aufbewahrt. Einziger Nachteil ist der Preis für den Aufstieg zum Glockenturm: 5 Euro fand ich etwas viel, besonders für Familien mit mehreren Kindern. Ich verstehe, dass der Besuch kostenpflichtig ist. Aber mit einem etwas niedrigeren Preis würden wahrscheinlich mehr Leute hinaufsteigen. Am Ende könnte der Gesamterlös derselbe sein. Trotzdem bleibt es eine wunderschöne Kirche, die man besuchen sollte. Auch um in Stille ein kurzes Gebet zu sprechen.
Als ich die Kathedrale verließ, merkte ich, dass es Zeit für das Mittagessen war. Ich wollte meinen Ausflug mit einem Essen in einem Restaurant am Hafen abschließen.
Auf der Piazza Duomo gibt es spezielle Wegweiser, obwohl der Weg intuitiv ist. Die Kathedrale ist auf drei Seiten vom Meer umgeben. Das Hafenbecken erstreckt sich direkt danach auf der linken Seite.
Aber es war inzwischen zu heiß, und ich wollte nicht laufen. Ich schaute mich um und sah, was ich vorher nicht bemerkt hatte.
Auf der Piazza Duomo, direkt gegenüber der Kathedrale, gibt es ein Restaurant. Ich setzte mich in den klimatisierten Innenraum, nahe dem Fenster mit Blick auf den weißen Stein der Kirche.
Ich bestellte eines der typischen Gerichte der Region: Reis, Kartoffeln und Muscheln. Dazu ein Glas lokalen Weißwein. Es war so gut, dass ich noch eine zweite und dritte Portion nahm und dem Koch Komplimente machte.
Ich zahlte nicht einmal viel (22,50 Euro) und das Haus spendierte mir auch den Kaffee.