Romantische Dreitagesflucht nach Alberobello

Alberobello bietet ein einzigartiges romantisches Erlebnis mit dem Grand Hotel Olimpo.

Romantische Dreitagesflucht nach Alberobello

Von Bari nach Alberobello brauchen wir etwas mehr als eine Stunde. Jedes Mal sage ich zu meiner Frau: "Warum kommen wir nicht öfter?". Diesmal haben wir uns drei volle Tage genommen. Ohne feste Pläne, einfach abschalten und langsam erkunden. Kein Stress, keine Touristen in Schlangen: nur wir zwei, das Auto und etwas Sonne. Natürlich hatten wir unsere Smartphones dabei... 😃

Wir starteten im Herzen von Alberobello. Gleich nach der Ankunft gingen wir ins Rione Monti. Pflastersteinstraßen, weiße Trulli dicht an dicht, Kegeldächer mit Pinnakeln wie alte Hüte. Meine Frau machte viele Fotos für Instagram. Ich schaute mich einfach um und dachte, wie klug die Bauern im 16. Jahrhundert waren. Sie bauten so stabile und scheinbar einfache Häuser.

Wir besuchten Casa Pezzolla, das eigentlich das Museo del Territorio ist. Die alte Residenz von Dr. Giacomo Pezzolla (Arzt der Acquaviva-Grafen im 18. Jahrhundert) wurde in den 90er Jahren restauriert. 15 Trulli sind miteinander verbunden, einzigartig und von der UNESCO geschützt. Drinnen gibt es tolle Zeugnisse über die Entstehung von Alberobello. Landwirtschaftliche Aktivitäten wie Weinbau und Getreide, Techniken zum Bau der Trulli ohne Mörtel und das damalige Alltagsleben werden gezeigt. Mit nachgebauten bäuerlichen Möbeln, echten Werkzeugen und Tafeln, die auch die Umgebung beschreiben, wie die Selva oder Coreggia. Es ist nicht groß, aber es fesselt dich.

Nach dem Besuch von Casa Pezzolla gingen wir direkt zum Trullo Sovrano. Das ist das Highlight im Norden von Alberobello, hinter der Kirche der Heiligen Medici Cosma und Damiano. Meine Frau hatte die aktuellen Fotos auf Instagram gesehen und wollte unbedingt zurück.

Es ist der größte und beeindruckendste Trullo des Ortes: ein zweistöckiger Koloss (der einzige seiner Art in ganz Alberobello), mit der zentralen Kuppel, die etwa 14 Meter hoch ist und eine Gruppe von zwölf kleineren Kegeln überragt. Er wurde in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts für die Familie des Priesters Cataldo Perta gebaut. Dieser war ein wohlhabender Priester der Zeit. Tatsächlich hat der Trullo einen älteren Kern aus dem frühen 17. Jahrhundert. Er stellt eine Art "Brücke" zwischen der alten Trockenbautechnik (ohne Mörtel) und den neuen Lösungen mit Mörtel dar, die später kamen.

Am Abend hatten wir ein einfaches Abendessen: handgemachte Orecchiette mit frischen Tomaten und Olivenöl extra vergine. Ehrliches Essen, ohne Schnickschnack. Danach ein Abstecher nach Locorotondo für ein Glas Weißwein, Blick auf das Tal und keine Gedanken an die Arbeit.

Am zweiten Tag sind wir früh aufgestanden für die Grotte di Castellana. Du gehst hinein und deine Perspektive ändert sich: Dunkelheit, 90% Luftfeuchtigkeit, konstante 15 Grad (Pullover Pflicht, sonst frierst du). Überall Stalaktiten und Stalagmiten - die Eule, der Alabaster-Wasserfall, der Schiefe Turm von Pisa... Namen, die erfunden klingen, aber echt sind. Meine Frau war anfangs etwas angespannt (die Idee, unter die Erde zu gehen, war meine 😁), aber nach ein paar Metern zeigte sie mir begeistert alles.

Um uns zu erholen, sind wir zur Loggia di Pilato hochgefahren: unendlicher Blick auf die Küste, endlose Olivenbäume. Dann hinunter in die Selva di Fasano - ein Wald aus Steineichen und Kiefern, saubere Luft, die in die Lungen strömt, verstreute Villen hier und da. Ein langsamer, erholsamer Spaziergang, perfekt, um die Spannung der Grotten abzubauen.

Am dritten Tag Ostuni, die Weiße Stadt. Du parkst unten (gegen Gebühr) und gehst zu Fuß hoch: enge, steile Gassen, weiße Bögen, blühende Balkone, Wäsche flattert in der Sonne. Die Konkathedrale erscheint plötzlich mit ihrem riesigen Rosettenfenster. Von den hohen Mauern siehst du das Meer und die Olivenebene. Es war schon heiß, also sind wir zur Küste gefahren. Ein schöner, freier Strand. Torre Pozzella. Kostenloses Parken und freier Zugang. Fantastisch.

Wir haben im Grand Hotel Olimpo geschlafen, im Zentrum: perfekte Lage (du gehst raus und bist zwischen den Trulli), bequeme Zimmer, Frühstück mit anständigen lokalen Produkten. Nichts Sternewürdiges, aber genau das, was wir brauchten, um abends zurückzukehren und uns ohne Gedanken ins Bett zu werfen.

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