Lohnt sich ein Besuch des Palazzo Madama in Turin?

Auf den ersten Blick ein Barockpalast am Piazza Castello, in Wirklichkeit jedoch eine Schichtung von tausend Jahren Geschichte — römisches Stadttor, mittelalterliche Festung, Residenz der Savoyer, erster Senat des Königreichs Italien.

Lohnt sich ein Besuch des Palazzo Madama in Turin?

Kaum aus dem Palazzo Reale heraus, sind wir in den Palazzo Madama gegangen. Von außen wirkt er wie ein elegantes barockes Gebäude am Piazza Castello. Aber wenn du die Säle durchquerst, merkst du, dass es eines der besonderen Gebäude in Turin ist.

Ursprünglich war es ein Stadttor. Im Mittelalter wurde es zur Festung und dann 1402 zum Schloss, dank Ludovico, Prinz von Acaia.

Im 17. und 18. Jahrhundert wählten die Madame Reali von Savoyen es als Residenz. Im 19. Jahrhundert richtete Carlo Alberto dort den ersten Senat des Königreichs Italien ein. Zum Komplex gehört auch der Giardino della Principessa, den wir unbedingt empfehlen zu besuchen.

Der Palast ist sehr interessant. Ich empfehle die Besichtigung jedem, denn sie umfasst einen wunderschönen historischen Garten im Erdgeschoss, eine Panoramaaussicht von oben, die Dauerausstellungen und eine kleine Ausstellung, die die Entwicklung des Gebäudes im Laufe der Jahrhunderte zeigt. Genau dieser Teil hat mich am meisten beeindruckt: Palazzo Madama wirkt fast wie ein Gebäude, das von verschiedenen Epochen übereinander gebaut wurde. Beim Durchgehen der Säle wechselt man von mittelalterlichen Strukturen zu barocken Eingriffen, bis hin zu Räumen, die mit der Geschichte des Königreichs Italien verbunden sind.

Die empfohlene Besuchsdauer beträgt etwa anderthalb bis zwei Stunden. Diese Zeit erlaubt es, die vier Ebenen des Museums in Ruhe zu erkunden, die Dauerausstellungen zu besuchen, den Giardino della Principessa zu sehen und bis zur Panoramaterrasse zu steigen, von der aus man einen schönen Blick auf das historische Zentrum von Turin hat.

Der Giardino della Principessa

Der Giardino della Principessa befindet sich im Graben von Palazzo Madama. Er ist einer der besonderen Teile der Besichtigung. Es ist nicht einfach ein grüner Raum. Es ist eine Rekonstruktion eines mittelalterlichen Gartens. Diese wurde nach Dokumenten aus dem 15. Jahrhundert erstellt. Diese beschreiben die Organisation der Räume und Kulturen des Palastes.

Der Garten ist in verschiedene Bereiche unterteilt. Diese folgen der mittelalterlichen Tradition: der Gemüsegarten für die Schlossküche, der Wald-Obstgarten und der private Garten des Prinzen. Beim Spaziergang auf den Wegen trifft man auf Gemüse, aromatische Pflanzen, Heilpflanzen, Obstbäume und viele Pflanzenarten. Diese waren im Mittelalter üblich, sind heute aber wenig bekannt.

Am interessantesten fand ich, dass es nicht wie ein Ziergarten für Touristen wirkt. Es ist eher ein Versuch, einen wirklich genutzten Raum des Mittelalters nachzubilden. Die Pflanzen dienten der Ernährung, Medizin und dem täglichen Leben im Schloss. Es fühlt sich an, als betrete man eine kleine Welt, getrennt vom Verkehr und der Hektik der Piazza Castello.

Praktische Informationen

Das Ticket kostet normalerweise zwischen 10 und 12 Euro. Der Preis hängt von der Saison und den aktuellen Ausstellungen ab. Es gibt auch ein spezielles Ticket nur für den Giardino della Principessa. Dieses kostet etwa 5 Euro.

Das Museum hat keinen eigenen Parkplatz. In der Nähe gibt es mehrere öffentliche Parkplätze und Plätze für Menschen mit Behinderungen, gemäß den geltenden Vorschriften. Eine der bequemsten Lösungen für Autofahrer ist das Parkhaus Piazza Castello. Es liegt nur wenige Gehminuten vom Museumseingang entfernt. Die Kosten betragen etwa 2 Euro pro Stunde.

Wie beim Museo Egizio empfehle ich, das Ticket im Voraus zu kaufen. Besonders in Zeiten hoher Besucherzahlen, vor allem an Wochenenden und Feiertagen.

×