Erkunde das magische Dorf Bard im Aostatal
Entdecken Sie den Charme des Dorfes Bard im Aostatal mit seiner Geschichte, Kultur und architektonischen Schönheiten.
Ich dachte, ich würde in Bard nur für eine Ausstellung im Forte stoppen. Ich war von Turin mit genau dieser Idee gestartet: zur Festung hochfahren, die moderne Kunstausstellung besuchen und dann weiterfahren.
Aber es kam anders. Nach dem Besuch im Forte begann ich aus Neugierde, ins Dorf hinunterzugehen. Ohne große Erwartungen. Und genau dort entdeckte ich den wahren Zauber von Bard: das kleine Steindorf am Fuße der Festung.
Beim Spaziergang durch seine Gassen versteht man sofort, warum dieser Ort in der Geschichte des Aostatals so wichtig war. Bard liegt nämlich an der Via delle Gallie, der alten römischen Straße, die von Augustus gebaut wurde. Sie verband die Poebene mit Gallien. Der Weg, oft direkt in den Fels gehauen, wurde nach der endgültigen Unterwerfung der Salasser im Jahr 25 v. Chr. angelegt. Er verband Eporedia (das heutige Ivrea) mit den Pässen des Kleinen und Großen Sankt Bernhard.
Dank seiner Lage in einer engen Schlucht der Talebene wurde das Dorf über Jahrhunderte ein strategischer Kontroll- und Verteidigungspunkt. Ein natürlicher Schutzwall gegen Invasionen und militärische Durchzüge.
Aber der Charme von Bard zeigt sich heute besonders bei einem Spaziergang durch seine Gassen. Beim Gehen durch steinerne Bögen, überdachte Passagen und alte Häuser erinnerte ich mich, vielleicht auch aus persönlicher Suggestion, an die Atmosphäre des Romans Der Name der Rose von Umberto Eco. Diese mittelalterlichen Kulissen aus Stille, Stein und geschichteten Geschichten. Ich weiß nicht, ob der Vergleich ganz korrekt ist, aber so fühlte es sich in dem Moment an. Das Dorf bewahrt noch die ursprüngliche mittelalterliche Struktur. Mit eleganten Steinhäusern aus dem 15. und 16. Jahrhundert, verbunden durch Bögen, zweibogige und kreuzförmige Fenster, Innenhöfe und kleine überdachte Durchgänge.
Unter den interessantesten Gebäuden stechen die Casa del Vescovo, Casa Valperga, Casa Ciucca, Casa della Meridiana und Casa Challant hervor. Letztere wurde vom Grafen Filiberto di Challant bewohnt, Kastellan von Bard zwischen 1487 und 1517. Sie ist erkennbar an ihren besonderen kielumgekehrten Fenstern.
Sehr interessant ist auch der Palast der Adligen Nicole, der teilweise über dem westlichen Tor des Dorfes gebaut wurde. An der Fassade sind noch die Spuren der Kugeln zu sehen, die während der Belagerung des Forte di Bard durch Napoleons Armee im Mai 1800 abgefeuert wurden. Kleine Details, die die Geschichte überraschend greifbar machen.
Im Herzen des Dorfes steht eine Fontäne von 1598. Daneben ist eine etwa 170 cm hohe Steinsäule. Auf der Spitze ist ein menschlicher Kopf, der "Mascherone" genannt wird. Das ist eines der kuriosesten Elemente des Ortes.
Heute ist Bard ein angenehmer Ort zum Entspannen. An der Hauptstraße gibt es kleine Weinkeller, Bars, Hotels und Souvenirläden. Viele kleine Brunnen säumen den Weg. Sie sind oft mit Tafeln geschmückt, die kurze Sprüche und Weisheiten zeigen.
Ich empfehle, Bard besonders zur Weihnachtszeit zu besuchen. Dann wird der Ort mit handgemachten Dekorationen geschmückt. Diese bestehen aus natürlichen Materialien wie Zweigen und Tannenzapfen. Sie zeigen die Kreativität der Bewohner und schaffen eine besondere Atmosphäre.
Durch Bard führt auch die Via Francigena. Das ist einer der wichtigsten historischen Wege Europas. Pilger nutzen ihn noch heute auf dem Weg nach Rom.
Am Ende des Dorfes gibt es einen kleinen Park. Dort sind Spielplätze, Picknicktische, öffentliche Toiletten und einige Wanderwege. Diese laden zu kurzen Spaziergängen in der Umgebung ein.
Ich habe entlang der Straße geparkt. Aber es gibt mehrere Alternativen in der Nähe. Zum Beispiel gibt es in der Via Vittorio Emanuele kostenlose Parkplätze. Von dort erreicht man das Fort von Bard in wenigen Minuten zu Fuß.
Geht man noch ein paar Minuten weiter, erreicht man die Ortschaft Hone. Von dort kann man den Fluss Dora sehen und das Fort von Bard in der Ferne bewundern. Es liegt eingebettet zwischen den Bergen des Tals.