Vallone di Loo: Wanderung durch Almweiden, Walser-Dörfer und Hochalpenwiesen
Das Vallone di Loo ist eine Wanderung mit über 1.100 Höhenmetern, die durch uralte Almweiden und Walser-Siedlungen im Aostatal führt. Doch welcher Ort veranlasst viele Wanderer, länger als geplant hier zu verweilen?
Das Vallone di Loo ist kein klassisches Trekkingziel, um einen Gipfel zu erobern. Suchst du spektakuläre Grate, Alpenseen oder Postkartenpanoramen? Dann gibt es wahrscheinlich geeignetere Wanderungen. Dieser Weg gefällt vor allem denen, die gerne in einem Tal wandern. Es hat seine ursprüngliche Funktion mit Almen, Weiden und kleinen Walser-Siedlungen bewahrt.
Um zum Vallone di Loo (Gressoney-Saint-Jean) zu gelangen, kannst du dein Auto auf einem großen kostenlosen Parkplatz in Steina abstellen.
Der Startpunkt ist Loomatten, ein Ortsteil von Gressoney-Saint-Jean. Dort sind noch typische Walser-Bauten zu sehen. Die ersten Kilometer sind die anstrengendsten: Der Weg steigt im Wald an und umfasst den Großteil der etwa 1.100 Höhenmeter des Tages. Es gibt keine besonderen technischen Schwierigkeiten, aber die anfängliche Steigung erfordert etwas Training. In diesem Abschnitt folgt der Weg dem Hang zwischen Lärchen und Tannen, überquert kleine Holzbrücken und verläuft entlang eines Baches, der mit seinem Wasserrauschen die Wanderung begleitet.
Wenn man den Wald verlässt, führt der Weg durch Wiesen, die von Steinmauern begrenzt sind, und an alten Almen im Tal vorbei. Der Aufstieg geht weiter, aber ohne die anfänglichen Steigungen. Vor dir kannst du die Gebäude von Loo Superiore erkennen. Sie scheinen sich aus der Ferne fast mit dem Boden und den umliegenden Weiden zu vermischen. Mit zunehmender Höhe werden die Bäume immer spärlicher. Es gibt weite Grasflächen, unterbrochen von Felsen, Steinzäunen und kleinen Gebäudekomplexen, die mit der Weidewirtschaft verbunden sind.
Als ich das Dorf zum ersten Mal sah, war ich von diesem Aspekt beeindruckt. Es gibt keine Hütte, die gebaut wurde, um Wanderer anzulocken, sondern einen kleinen Gebäudekomplex, der natürlich zum Tal gehört. Die Steinmauern, Wiesen und Hütten bilden ein ganz anderes Bild als in den stark besuchten Alpenorten. Kurz vor dem Ziel trifft man auf mehrere Terrassen, die von Trockenmauern begrenzt sind. Sie erinnern daran, wie wichtig Landwirtschaft und Viehzucht in diesem Teil des Tals waren.
In Loo Superiore befindet sich das Agriturismo Bléckéné, ein umgebautes altes Almgut. Es war mein Lieblingsort während der Wanderung. Nicht nur wegen des Essens, sondern wegen der allgemeinen Atmosphäre. Es wird von Simone, Davide, Greta, Andrea und Rino geführt, der sich um die Tiere kümmert. Es vermittelt wirklich den Eindruck, ein Ort zu sein, an dem der Rhythmus der Berge noch wie früher ist.
Das Essen ist hervorragend. Wer länger bleiben möchte, findet auch einen einfachen, aber gemütlichen Schlafsaal für die Übernachtung. Ich persönlich glaube, dass man das Vallone di Loo noch mehr schätzt, wenn man hier eine Nacht verbringt, anstatt nur an einem Tag hinauf- und hinabzusteigen.
Vom Agriturismo aus überblickt man den Großteil des Tals. Man sieht, wie diese kleine Gebäudegruppe zentral zu den umliegenden Weiden liegt. Hier herrscht echte Stille, nur Tiere und Wind sind zu hören. Keine Hintergrundmusik, keine bunten Sonnenschirme.
Wer die Wanderung verlängern möchte, kann etwa eine Stunde zum Colle di Loo weitergehen. Oder zum Colle di Lazoney abbiegen und dann nach Niel absteigen.
Ich fand den Aufenthalt in Loo Superiore interessanter als den Weg zum Pass. Wer weitergeht, sieht, wie sich die Landschaft verändert. Die Wiesen weichen allmählich steinigem Boden und felsigen Hängen. In der Nähe des Passes trifft man auf den charakteristischen Steinmann. Er dient Wanderern als Orientierungspunkt. Von hier aus öffnet sich der Blick auf die umliegenden Berge und das lange Tal.
Wem ich das Vallone di Loo empfehle
Ich empfehle es Familien, die gerne in den Bergen wandern. Sie sollten historische Täler den bekannteren Zielen im Aostatal vorziehen. Es ist ideal für einen Tag in traditioneller Bergumgebung.
Ich rate ab, wenn man eine kurze oder flache Wanderung sucht. Die etwa 1.100 Höhenmeter erfordern einen Tag und etwas Fitness.
Praktische Informationen
Start: Loomatten (Gressoney-Saint-Jean)
Länge: 8,2 km
Positiver Höhenunterschied: 1.100 m
Negativer Höhenunterschied: 1.100 m
Schwierigkeit: E
Minimale Höhe: 1.349 m
Maximale Höhe: 2.451 m
Geschätzte Aufstiegszeit: 3 Stunden und 30 Minuten
Empfohlene Zeit: Mai bis Oktober
Für alle, die mehr über das Valle del Lys erfahren möchten.