Entdecken Sie den Tempel von Brindisi

Entdecken Sie den Tempel von San Giovanni al Sepolcro, einen faszinierenden und geheimnisvollen Ort im Herzen von Brindisi.

Entdecken Sie den Tempel von Brindisi

Nachdem ich in Brindisi das Meer genossen habe, mit Spaziergängen auf dem Lungomare und Abenden am Hafen, wollte ich auch die historische Seite erkunden. Denn Brindisi ist nicht nur urbane Strände und Nachtleben. Ganz in der Nähe des Zentrums gibt es Orte, die von Jahrhunderten voller Reisen, Pilgerfahrten und Austausch mit dem Orient erzählen. Der Tempel San Giovanni al Sepolcro ist einer davon. Von außen wirkt er bescheiden und fast unauffällig. Doch er birgt eine viel größere Geschichte, als man denkt. Manchmal scheint es, als würde die Stadt solche Schätze nicht immer voll schätzen. Es ist, als wäre sie sich ihrer historischen Bedeutung nicht ganz bewusst. Doch sobald man die Schwelle überschreitet, merkt man, wie zentral sie für die Geschichte des Mittelmeers sind.

Beim Betreten spürt man sofort die Verbindung Brindisis zur Heiligen Erde und den Kreuzzügen. Die Kirche wurde vor 1128 von den Regularkanonikern des Heiligen Grabes erbaut. Das ist das Jahr des ersten Dokuments, das sie erwähnt. Sie sollte symbolisch an Jerusalem erinnern. Später ging sie an die Johanniter von Jerusalem, den späteren Malteserorden, und dann an die Mensa Arcivescovile. Sie folgte den religiösen und politischen Veränderungen der Stadt. Nach schwierigen Jahrhunderten und langer Vernachlässigung kaufte die Gemeinde sie im 19. Jahrhundert. Sie restaurierte sie und machte sie dank Don Pasquale Camassa, einem Kenner der Brindisier Geschichte, zum Museo Civico.

Das Gebäude ist als Nachbildung der Rotunde des Heiligen Grabes in Jerusalem konzipiert. Im Mittelalter galt es als "Nabel der Welt". Für jene, die nicht ins Heilige Land reisen konnten, war es eine Art symbolische Pilgerreise.

Wenn du dich dem Portal näherst und eintrittst, fällt zuerst die Form des Raumes auf. Der Grundriss ist rund. Der zentrale Ring besteht aus acht Säulen. Das schafft einen fast theatralischen Effekt. Die Rundbögen verbinden die inneren Strukturen mit den Wänden. Bei genauerem Hinsehen sind die Säulen unterschiedlich. Verschiedene Materialien und Proportionen. Kapitelle aus verschiedenen Epochen. Das zeigt Wiederverwendung und Schichtungen über die Zeit. Auch die heutige Decke stammt aus dem 19. Jahrhundert. Die ursprüngliche Decke ist nicht erhalten.

Wendest du den Blick zu den Wänden, siehst du Fresken. Sie stammen aus dem 13. und 14. Jahrhundert. Einige sind gut lesbar, andere fragmentarisch. Alle erinnern an byzantinische Traditionen und die Welt der Kreuzzüge. Zwischen den Flächen gibt es Graffiti. Pilger und Ritter haben sie hinterlassen. Ein stiller Dialog mit heutigen Besuchern. Unter dem Boden, durch eine runde Öffnung sichtbar, sind ältere Reste. Nicht weit entfernt tauchen römische Mosaike auf. Sie gehören zu einer Domus aus der Kaiserzeit (1.-2. Jahrhundert n. Chr.). Das zeigt eine noch ältere Geschichte.

Zurück zum Eingang: Die Portale verdienen Aufmerksamkeit. Das Hauptportal ist von stilisierten Löwen und geschnitzten Verzierungen umrahmt. Pflanzenmotive, menschliche und tierische Figuren haben symbolische Bedeutung. Für den mittelalterlichen Menschen war das sofort verständlich und reich an Bezügen. Auch das kleinere Portal entlang der Achse des Gebäudes hat orientalische Details. Ein dritter Zugang, heute zugemauert, führte einst zum Garten.

Der Besuch kostet 3 Euro und umfasst auch den kleinen Außenbereich. Das Hauptportal beeindruckt mit feinen Reliefs an den Rändern. Innen sind die Wandmalereien teils fragmentiert, teils verloren. Das zeigt die verschiedenen historischen Phasen und Veränderungen des Gebäudes. In der Mitte der Kirche gibt es eine runde, eingezäunte Öffnung. Sie erlaubt einen Blick auf ein tieferes Niveau mit archäologischen Funden, die nicht zugänglich sind. Entlang des Weges gibt es mehrere Informationstafeln. Sie helfen, die Struktur, Symbole und Schichtungen des Monuments zu verstehen. Der Garten ist klein, aber voller Blumen und Obstbäume, besonders Zitrusfrüchte. Er liegt in einem modernen städtischen Kontext. Umgeben von Gebäuden, die den Rahmen bestimmen. Vielleicht etwas zu präsent und visuell aufdringlich für die beschauliche Atmosphäre des Ortes.

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