Die Belvedere-Seilbahn und der Wintertourismus in Cortina

Die Belvedere-Seilbahn von Pocol markierte den Beginn des Wintertourismus in Cortina d’Ampezzo, revolutionierte den Zugang zu den Bergen und schuf ein Modell für moderne Skigebiete.

Die Belvedere-Seilbahn und der Wintertourismus in Cortina

Vor zwei Jahren beschlossen meine Frau und ich, nach Pocol zu fahren. Wir wollten Cortina und die Umgebung erkunden. Meine Frau ist im Urlaub unermüdlich. Sie muss alles sehen! 😅

Ich muss zugeben, ich ließ mich leicht überzeugen. In Pocol gibt es das Sacrario Militare. Es ist ein beeindruckendes Ossarium, gebaut zur Erinnerung an die Gefallenen des Ersten Weltkriegs. Drinnen liegen die Überreste tausender italienischer Soldaten. Darunter ist auch General Cantore, der in der zentralen Krypta begraben ist. Der Hauptturm ist von weitem sichtbar, er wirkt ernst und fast still.

Ich wurde durch die Podcasts von Alessandro Barbero und Prof. Ermanno Ferretti geschichtsbegeistert.

Wir wollten von Cortina zum Belvedere di Crepa hinauf. Dieser natürliche Balkon bietet einen Blick auf die gesamte Cortina-Senke. Die Berge im Hintergrund sind Pomagagnon, Cristallo, Sorapiss und Antelao. Wir dachten daran, die alte Seilbahn vom Zentrum zu nehmen. Diese historische Bahn startete direkt neben dem Hotel de la Poste.

Als wir dort ankamen, sahen wir die Abfahrtsstation. Sie steht noch, renoviert, und ist jetzt die Galleria Farsetti. Die haben wir besucht.

Aber keine Seilbahn mehr. Seit vierzig Jahren nicht mehr. Die Anlage wurde in den 70ern abgebaut. Damals fuhren die Leute schon mit Autos oder Skiliften. Der Fußweg von der Station zu den Pisten war unbequem geworden.

Schade, denn die achtminütige Fahrt wäre schön gewesen. Früher war die Kabine offen, ohne Glas. Die Leute lehnten sich in den Wind. Stattdessen fuhren wir mit dem Auto die Straße nach Pocol hoch.

Oben, auf etwa 1500 Metern, steht die alte Endstation noch. Sie wurde in ein Bar-Restaurant umgewandelt. Kein Seilbahneingang mehr, sondern ein Lokal mit Terrasse und Talblick. Wir hielten an, tranken etwas und genossen die Aussicht. Alles hat sich verändert, aber der Ort bleibt gleich. Von hier wirkt Cortina klein unten, und die Dolomiten riesig.

Von dort erreicht man leicht die Pisten oder Wege nach Falzarego und den Cinque Torri. Dort sind wir mit der Lagazuoi-Seilbahn hingefahren, wie ich in einem anderen Beitrag erzählte. Aber die erste Seilbahn von 1925, die "Teleferica", bleibt ein Gedanke. Schade, sie nicht erlebt zu haben. Vielleicht reden sie eines Tages wieder darüber.

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