Die Basilika San Nicola

Die Basilika San Nicola in Bari ist ein Meisterwerk romanischer Architektur und ein wichtiger Ort des Kults, ein Symbol des ökumenischen Dialogs zwischen Katholiken und Orthodoxen.

Die Basilika San Nicola

Ich bin ein Fan von Kirchen und Kultstätten. Die Basilika von San Nicola ist wirklich einen besonderen Besuch wert. Vor allem, weil sie das Grab eines der weltweit verehrtesten Heiligen beherbergt.

Wir kamen genau dann an, als die Gläubigen zur Krypta durften. Sie konnten dort die Reliquien von San Nicola verehren und beten. Diese intensive und mitreißende Hingabe zu erleben, war faszinierend. Auch für jemanden, der diese Orte eher kulturell als religiös betrachtet.

Die Basilika selbst ist wirklich angenehm. Sie ist es wert, in Ruhe erkundet zu werden. Auch ohne den Heiligen direkt zu verehren, machen Atmosphäre, Geschichte und Einzigartigkeit den Besuch interessant.

San Nicola lebte in der Stadt Myra, im heutigen Türkei. Dort war er Bischof und wurde für seine Güte bekannt. Seine Großzügigkeit gegenüber den Schwachen und die vielen ihm zugeschriebenen Wunder machten ihn berühmt. Nach seinem Tod blieben die Reliquien jahrhundertelang in Myra. Bis ein Ereignis das Schicksal der Stadt Bari für immer veränderte.

Im Jahr 1087 beschlossen einige Seefahrer aus Bari, die Reliquien des Heiligen nach Italien zu bringen. Sie wollten sie vor möglichen Schändungen und Zerstörungen schützen. Ab diesem Moment begann die Stadt mit dem Bau einer großen und soliden Kirche, um sie zu bewahren. So entstand die Basilika von San Nicola. Die Überreste des Heiligen sind noch heute hier. Die Basilika ist ein bedeutender Wallfahrtsort geworden. Nicht nur für Katholiken, sondern auch für orthodoxe Christen, die aus aller Welt kommen.

Das Gebäude im apulischen romanischen Stil hat eine strenge, fast kahle Fassade. Diese zeigt deutliche normannische Einflüsse. Innen überrascht es: Die Granitstruktur wirkt einfach, aber ungewöhnlich. Die tragenden Bögen sind nicht perfekt parallel. Das Design wirkt absichtlich unregelmäßig. Der reich verzierte Decke verstärkt den Kontrast. Sie scheint zu einer Kirche eines ganz anderen Stils zu gehören. Das schafft einen unerwarteten, aber faszinierenden Effekt.

Die Basilika hat zwei Ebenen. Die obere Kirche ist feierlich und hell. Sie ist für liturgische Feiern gedacht. In der Krypta, wo die Reliquien des Heiligen ruhen, ändert sich die Atmosphäre. Das Licht ist gedämpft, die Luft riecht nach Weihrauch. Die Stille lädt zur Besinnung ein. Auch ohne jedes historische oder religiöse Detail zu kennen, spürt man tiefen Frieden. Die Krypta von San Nicola wirkt nicht wie ein Grab oder Reliquienschrein. Sie hat einen zurückhaltenden und stillen Charakter. Vielleicht beeindruckt gerade diese Einfachheit mehr als das Monumentale.

Jedes Jahr am 9. Mai wird eine duftende Substanz aus dem Grab von San Nicola entnommen. Diese wird Manna di San Nicola genannt. Die Mönche sammeln sie mit großer Hingabe. Sie gilt als heilige Reliquie. Einer alten Tradition zufolge soll sogar eine Ikone des Heiligen dieses wundersame Öl "geweint" haben. Es ist ein Zeichen seiner lebendigen Präsenz. Für viele sind Wunder nicht nur Vergangenheit.

Im Laufe der Jahrhunderte war die Basilika ein wichtiger Ort für Pilger aus West und Ost. Die Krypta, wo die Gebeine von San Nicola liegen, ist das spirituelle Herz des Komplexes. Sie zieht weiterhin Gläubige aus aller Welt an. 1987 erhielt das Gebäude den Titel Basilica pontificia. Für die Menschen in Bari ist sie ein echtes Symbol. Sie ist untrennbar mit dem Meer, der Hingabe und den Volkstraditionen verbunden.

Insgesamt ist die Basilika ein angenehmer Halt bei einem Spaziergang durch das historische Zentrum von Bari. Ein Ort, der außen nicht übermäßig dekoriert ist, aber innen überrascht. Er verdient einen Besuch, um die Seele der Stadt besser zu verstehen.

Die Figur des San Nicola inspirierte über die Jahrhunderte die Legende vom Weihnachtsmann 🎅. Dieser bringt Geschenke und Freude in die Welt. Eine interessante und faszinierende Verbindung, die diese Basilika noch besonderer und universeller macht.

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