Colle San Carlo ab Morgex: 10 km ununterbrochener Anstieg bis auf 2.000 Meter

Vom Zentrum von Morgex bis zum Colle San Carlo sind es nur 10 km, aber fast 1.000 Höhenmeter. Ein gleichmäßiger Anstieg durch Wälder und Kehren, der sich gut in eine schöne Rundtour über La Thuile und Pré-Saint-Didier einbauen lässt.

Colle San Carlo ab Morgex: 10 km ununterbrochener Anstieg bis auf 2.000 Meter

Schaut man sich die Zahlen an, wirkt der Colle San Carlo von Morgex wie eine harte Steigung. Besonders wegen der maximalen Steigungen. Auf zehn Kilometern gibt es mehrere Abschnitte über 13%. An manchen Stellen erreicht man sogar 16%.

Einmal auf dem Rad merkt man aber, dass die wahre Schwierigkeit anders ist. Die Straße steigt fast immer steil an. Es gibt kaum Momente zum Erholen. Nicht die einzelnen Rampen sind das Problem. Es sind die zehn Kilometer am Stück mit fast 10%, die in die Beine gehen.

Der Beginn der Steigung liegt kurz oberhalb von Morgex. Folgen Sie den Schildern zum Colle San Carlo und zum Lago d'Arpy. Von hier aus steigt die Straße um etwa tausend Meter in nur zehn Kilometern. Die durchschnittliche Steigung liegt bei fast 10%.

Ich habe diese Steigung im Juni mit einem Gravelbike bewältigt. Es war ein idealer Tag, die Temperaturen waren angenehm, auch mittags. Der Asphalt war meist in gutem Zustand. Geeignet für Rennräder und Gravelbikes. Ich traf auch einige Autos, mehr als erwartet für eine Bergstraße. Aber nichts störte die Ruhe der Fahrt.

Eine Steigung, die man wegen ihrer Regelmäßigkeit nicht vergisst

Nach den letzten Häusern von Morgex führt die Straße schnell in den Wald. Die Bäume begleiten den Aufstieg. So bleibt der Weg angenehm, auch an heißen Tagen. Offene Ausblicke sind selten. Sie kommen vor allem, wenn die Vegetation lichter wird. Aber der wahre Star hier ist nicht die Landschaft. Es ist der Aufstieg selbst.

Viele Alpenpässe wechseln steile Rampen mit flacheren Abschnitten ab. Am Colle San Carlo passiert das selten. Kilometer für Kilometer steigt die Straße gleichmäßig an. Man muss ständig dranbleiben. Nach einigen Kilometern merkt man: Der echte Gegner ist nicht die maximale Steigung, sondern ihre Beständigkeit.

Mit zunehmender Höhe werden die Häuser seltener. Das Gefühl, in den Bergen zu sein, wächst. Die Straße hat nur ein Ziel: weiter steigen bis zum Pass.

Bei 1.951 Metern am Colle San Carlo fühlt man, dass man jeden Höhenmeter erkämpft hat. Es ist kein sehr langer Aufstieg. Aber er hinterlässt ein besonderes Gefühl, weil er kaum Pausen erlaubt.

Oben angekommen, tritt die Anstrengung schnell in den Hintergrund. Die frische Luft, die Ruhe und der Wald schaffen eine besondere Atmosphäre. Diese findet man anderswo schwer, besonders im Sommer.

Von hier kann man zum Lago d'Arpy weiterfahren. Oder man macht eine Rundtour daraus. Die Abfahrt nach La Thuile ist angenehm. Danach erreicht man Pré-Saint-Didier, bevor es zurück nach Morgex geht. Diese Option bringt Abwechslung und vermeidet die gleiche Rückfahrt.

Aber bevor man aufbricht, lohnt es sich, einen Moment innezuhalten: Vom Pass öffnet sich der Blick auf das Mont-Blanc-Massiv und das Becken von Courmayeur. Ein Ausblick, der jeden Höhenmeter wert ist.

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