Ein Spaziergang durch Cisternino: Atmosphäre, Lokale und Leben im Dorf
Zwischen ruhigen Gassen, Bombette aus Fleisch, Familien und Tischen im Freien: meine Erfahrung, mit Vor- und Nachteilen außerhalb der Saison
In dieser kleinen Stadt spazieren zu gehen bedeutet, einen kleinen und gemütlichen Ort zu betreten. Hier reihen sich Gassen, kleine Plätze und Lokale aneinander. Es fehlt die Hektik der belebteren Orte in Apulien. Besonders die kleine Größe und das Fehlen von Autos im Zentrum machen den Unterschied. So wird der Spaziergang langsamer, selbst wenn es voll ist. Für Autofahrer habe ich hier Infos gesammelt, wo man in Cisternino parken kann.
Sogar während des Festival Internazionale Bande Musicali Valle d'Itria, vier Tage voller Konzerte im Juli mit internationalen Bands, blieb das Tempo ruhig. Das Dorf war voller als sonst, aber es gab nicht das Sommerchaos wie in Ostuni oder Monopoli.
Im Dorf gibt es wenige trendige Lokale und Weinbars. Dafür gibt es viele Trattorien, Gasthäuser und auch einige gehobene Restaurants. Für jüngere Leute, die viel Auswahl und ein lebendigeres Nachtleben suchen, kann das ein Nachteil sein.
In den Gassen fügen sich die Tische harmonisch ins Bild ein. Sie wirken nicht wie eine endlose Reihe von Geschäften. Es fühlt sich nicht an wie ein künstlich für Touristen gebauter Ort: Das Zentrum behält seinen authentischen Charakter.
Man schlendert, schaut sich die Speisekarten an, bleibt auf Plätzen stehen oder wählt in Ruhe, wo man sitzen möchte. Ich habe in einer Trattoria mit Außentischen Halt gemacht. Dort gab es die bombetta pugliese: ein Schweinefleischröllchen gefüllt mit Käse und Schinken, typisch für diese Region. Ich habe etwa 25 Euro für Bombette und Vorspeisen ausgegeben. Insgesamt isst man gut, ohne viel Geld auszugeben.
Im Zentrum laufen Familien mit Kindern frei herum. Das Fehlen von Autos, das während des gesamten Spaziergangs auffällt, ist hier besonders spürbar. Man sieht die Kleinen unbeschwert umherlaufen. Manchmal fühlt es sich fast an, als wäre man in einem großen öffentlichen Park.
Diese Ruhe hat jedoch nicht zu jeder Jahreszeit die gleiche Wirkung. Ende Oktober war ich wieder dort und fand nur wenige Leute auf den Straßen. Das Zentrum behielt seinen Charme, aber die Atmosphäre war melancholischer, besonders am Abend.