Anello di Arpy zwischen Natur und Bergbaugeschichte

Der Anello di Arpy bietet ein einzigartiges Erlebnis zwischen Natur und Bergbaugeschichte.

Anello di Arpy zwischen Natur und Bergbaugeschichte

Manchmal reicht es im Aostatal, sich nur ein paar Kilometer von den bekannten Orten zu entfernen. So findet man einfache, aber interessante Wanderungen. Der Rundweg von Arpy, nur wenige Kilometer von Morgex entfernt, gehört dazu. Es ist ein leichter Weg mit schönen Aussichten, etwas Wald und einem historischen Aspekt. Das macht ihn spannender als einen normalen Spaziergang im Grünen.

Man startet in Arpy, wo es einen praktischen Parkplatz am Dorfeingang gibt. Das ist in den Bergen nicht unwichtig. Beim Durchqueren des Dorfes kommt man am Hostel Arpy vorbei. Dort kann man vor oder nach der Wanderung eine Pause einlegen. Etwas weiter gibt es auch einen Brunnen, um die Wasserflasche zu füllen.

Die ersten 300 Meter sind asphaltiert. Dann biegt man rechts auf einen festen Schotterweg ab.

Insgesamt ist es ein ruhiger Spaziergang. Er eignet sich auch für Ungeübte und Familien mit Kindern. Der Weg wechselt zwischen fast ebenen Abschnitten und etwas hügeligeren Teilen. Es gibt keine besonderen Schwierigkeiten. Nur am dritten Kilometer wird es etwas anstrengender. Dort gibt es einen 200 Meter langen Abschnitt mit einer Steigung von 15-20%. Nichts Unmögliches, aber man merkt, dass man in den Bergen ist.

Am interessantesten fand ich die Geschichte des Bergbaus in der Gegend. Auf dem Weg sieht man Spuren einer industriellen Vergangenheit, die man hier nicht erwartet. Man sieht den alten Bergwerksstollen, der Arpy einst mit der Mine von La Thuile verband. Man überquert die Brücke über den Arpy-Bach, wo der Rückweg beginnt. Es gibt Tafeln, die die Geschichte der Minen erzählen. Einige wurden von Grundschulkindern aus Morgex gestaltet. Das macht den Weg auch für Ortsfremde verständlicher. Es gibt auch ein Backsteingebäude, das früher als Werkstatt und Lager für die Minenlokomotiven diente.

Dieser historische Teil ist keineswegs unwichtig. In den 1920er Jahren, mit der industriellen Ausbeutung des Anthrazitvorkommens in La Thuile, erlebte Arpy eine starke Entwicklung. Nach dem Kauf der Minen 1927 durch die Società Anonima Nazionale Cogne wurde die Gegend zu einem kleinen Arbeiterdorf. Es gab Wohnungen für die Bergleute und Strukturen für den Abbau. Die Minen blieben bis 1966 aktiv. Heute spürt man beim Spazieren noch etwas von dieser Zeit.

Aus naturkundlicher Sicht ist die Umgebung sehr schön, wie oft hier. Der Spaziergang führt durch den Wald und öffnet sich zu weiten, typisch valdostanischen Ausblicken. Man möchte oft stehen bleiben, ohne alles zu einem sportlichen Ereignis zu machen. Vom Colle San Carlo (1971 m) startet auch der Weg zum Lago d'Arpy (2066 m). Ein ruhiger Spaziergang, geeignet für fast alle, in einer wirklich bemerkenswerten Natur. Der Höhenunterschied ist gering und der Pfad ist ideal für entspannte Ausflüge.

Am See angekommen, bieten sich schöne Ausblicke auf den Mont Blanc und die Grande Rochère. An einigen Stellen sieht man auch die Gipfel des Grand Combin und des Mont Velan. Oben angekommen, ist der Rundgang um den See vielleicht der angenehmste Teil: einfach, aber sehr eindrucksvoll, mit immer neuen Perspektiven auf das Wasser und die umliegenden Berge.

Die einzige echte Vorsicht hier ist die richtige Zeitwahl. An Wochenenden und in der Hochsaison, besonders im August, sollte man die bequemen Zeiten meiden und früh kommen, besonders wenn man zum Colle San Carlo aufsteigen möchte. An Wochentagen ist die Erfahrung viel entspannter.

Technisch gesehen ist der Rundweg um den Lago d'Arpy, beginnend am Colle San Carlo (La Thuile, AO), eine Wanderroute von 10 bis 12 km, je nach gewählter Variante (zum Beispiel inklusive Colle della Croce). Der Gesamthöhenunterschied beträgt etwa 500-600 Meter. Er ist zugänglich, bietet aber auch Bergwanderern eine gewisse Befriedigung.

Zusammengefasst ist der Arpy-Rundweg eine einfache, aber nicht banale Wanderung. Er ist leicht zugänglich, erfordert keine komplizierte Planung und bietet neben der Natur auch eine historische Komponente. Es ist kein klassisches Postkartenmotiv, das nur beeindrucken soll. Es ist eine einfache, konkrete Route, die man in Ruhe genießen kann. Man entdeckt die Überreste einer wenig bekannten Bergbauvergangenheit und genießt ohne Eile eine der interessantesten Ecken rund um Morgex.

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