Aiguille des Glaciers Abenteuer Skitouren einzigartig
Die Aiguille des Glaciers bietet ein einzigartiges Erlebnis im Skitourengehen.
Du musst kein großer Skialpinist sein, um den Mont Blanc zu erleben. Manchmal reicht es, bis zu einer Hütte zu gehen. Dort kannst du die Gletscher sehen und verstehen, wie anders diese Berge sind. Genau das passierte mir in der Val Veny. Ich kam bis zum Rifugio Elisabetta mit der Aiguille des Glaciers vor Augen.
Die Val Veny ist ein einfacher Zugang zur italienischen Seite des Mont-Blanc-Massivs. Die Straße endet in La Visaille. Dort gibt es einen Parkplatz auf etwa 1650-1700 Metern Höhe. Von hier öffnet sich das Tal langsam zu den großen Gletschern, die von der Grenze zu Frankreich herabkommen.
Viele Skialpinisten starten hier für verschiedene Touren. Einige nutzen die Skyway Monte Bianco bis zum Pavillon du Mont Fréty. Das verkürzt den Aufstieg. Aber schon vom Talboden aus betritt man eine alpine Umgebung, die anders ist als die Gebiete mit Liften.
Eine der einfachsten Touren ist die zum Mont Chétif. Es ist keine extreme Besteigung. Die Hänge sind offen und die Neigung liegt bei 25-30 Grad. Man überwindet meist 600 bis 900 Höhenmeter. Der Aufstieg dauert zwei bis drei Stunden. Die Abfahrt ist spaßig auf breiten Hängen, wo im Frühling oft Firnschnee liegt.
Aber beim Aufstieg in diesem Talteil schaut man oft nach oben.
Von La Visaille kann man zum Rifugio Elisabetta Soldini weitergehen. Man folgt der Schotterstraße zum Pian di Combal. Die Hütte erreicht man in etwa einer bis anderthalb Stunden zu Fuß. Oder mit Skiern, wenn es genug Schnee gibt.
Ich habe genau hier Halt gemacht. Für mich war das Rifugio Elisabetta schon ein wunderschönes Ziel. Es ist der perfekte Ort, um die Gletscherwelt der oberen Val Veny zu beobachten.
Die Hütte ist ein besonderer Ort in den Alpen. Sie ist einfach, aber die Lage ist außergewöhnlich. Sie liegt direkt unter dem Gletscher. Von dort ist der Blick ins Tal beeindruckend.
Am Eingang lässt man Stiefel und Stöcke. Die Rucksäcke kann man mit in die Zimmer nehmen. Das Personal ist sehr freundlich und aufmerksam. Sie informieren zum Beispiel, wenn das warme Wasser in den Duschen knapp wird, um den Dusch-Token nicht zu verschwenden.
Es gibt nicht viele Duschen für die Gästezahl. Die Räume sind etwas alt, aber der Wasserdruck ist gut. Warmes Wasser funktioniert mit Tokens. Abends kann es ausgehen, deshalb duschen viele lieber morgens.
Auch die Anzahl der Toiletten ist gering. An Tagen mit viel Andrang kann es zu Wartezeiten kommen. Es gibt keine Wäscherei und kein WLAN. Aber in so einem Ort stört das kaum jemanden.
Das Essen macht die einfache Ausstattung wett. Das Abendessen ist solide, oft mit einem warmen Risotto, gefolgt von Fleisch und Gemüse. Es gibt auch eine kleine Bar mit Espressomaschine. Nach einem Tag in den Bergen ist das sehr willkommen. Das Frühstück ist einfacher, mit Kaffee, Tee, Müsli und ein paar Süßigkeiten.
Die Schlafsäle sind typisch alpin: kompakte, geteilte Räume mit Etagenbetten und Matratzen nebeneinander. Es ist nicht die bequemste Hütte in den Alpen. Aber nach einem Tag auf den Gletschern schläft man trotzdem gut.
Verlässt man die Hütte und schaut nach Süden, sieht man sofort eine beeindruckende Bergspitze: die Aiguille des Glaciers. Eine elegante Pyramide aus Eis und Fels, die das obere Tal dominiert.
Für erfahrene Skitourengeher ist dieser Gipfel ein echtes Ziel. Der Aufstieg erreicht 3816 Meter. Er führt über lange Gletscherhänge mit Abschnitten um die 35 Grad. Vom Talboden kann der Höhenunterschied 1700-2000 Meter übersteigen.
Das ist keine Tour für Anfänger. Man braucht Erfahrung auf Gletschern, komplette Lawinensicherheitsausrüstung und die Fähigkeit, sich zwischen Gletscherspalten zu bewegen. Eine gute körperliche Vorbereitung ist ebenfalls nötig. Der Aufstieg ist als PD+ eingestuft und dauert oft fünf bis sieben Stunden vom Parkplatz La Visaille.
Der klassische Weg führt über die Hütte Elisabetta, durch das Pian di Combal und dann zum Glacier des Glaciers oder dem Gletscher der Lex Blanche. Von dort steigt man den Gletscher bis zur Schulter auf etwa 3700 Meter hinauf und erreicht schließlich den Grat, der zum Gipfel führt.
Die beste Zeit für diesen Aufstieg ist normalerweise zwischen Ende April und Juni. Dann ermöglicht der Frühlingsschnee flüssigere Abfahrten und die Spalten sind noch relativ bedeckt.
Ich habe jedoch viel früher aufgehört.
Vom Rifugio Elisabetta aus, beim Blick auf die Aiguille des Glaciers, wurde mir klar: Diese Bergspitze ist nichts zum Improvisieren. Sie ist für echte Skitourengeher gemacht.
Aber schon hierher zu kommen, ist ein vollständiges Erlebnis. Die Stille des Tals, die Gletscher, die von den Graten herabfließen, und diese Eispyramide vor den Augen. Es fühlt sich an, als wäre man wirklich im Herzen des Mont Blanc.
Manchmal ist der größte Berg nicht der, den man besteigt, sondern der, den man aus der Nähe betrachtet.